Heimatdienst-Info

Huigarte im Heimatdienst:

Bericht vom Huigarte am 9. November 2012

Anfang November trafen sich ungefähr 60 Heimatdienstmitglieder zum traditionellen Huigarte in Pfarrheim St. Michael in Sonthofen. Unter „Huigarte“ versteht man das Zusammenkommen und sich Unterhalten, oder auch unter „verhuigarte“ das Ausdiskutieren von Strittigem. Zum Verhuigarte gab es nicht, so standen lauter nette Punkte auf dem Programm.

Begonnen wurde wie immer mit einem gemütlichen Kaffeetrinken. Dazu hatten einige Mitglieder richtig gute selbstgebackene Kuchen mitgebracht. Da die Anwesenden sich schon länger, zum Teil schon seit über 50 Jahren kennen, gingen die Gesprächsthemen nicht aus. Der Heimatdienst ist nicht Sonthofens ältester Verein, erfreut sich aber über eine außerordentliche Treue der Mitglieder. So konnten auch dieses Jahr wieder seltene Jubiläen gefeiert werden. Geehrt werden Mitglieder mit 25, 40 und dann alle weiteren 10 Mitgliedsjahre.

Seit nunmehr 60 Jahren hält Frau Hedi Fischer dem Heimatdienst die Treue, mit nur 50 Jahren knapp dahinter folgen Herr Albert Bach, Herr Klaus Hinterberger und Herr Franz-Josef Wiesenhöfer. Die goldene Ehrennadel wurde für die 40-jährige Mitgliedschaft Herrn Walter und Frau Agnes Daumüller, Herrn Gustav Lautner, Frau Herta Lenz und Herrn Wolfgang Niedel verliehen. Eine silberne Ehrennadel erhielten für 25 Jahre Mitgliedschaft Frau Waltraud Artmann, Frau Elisabeth Peter, Herr Wolfgang Sodeur und Frau Gertraud Wohlhaupter. Ein ganz besonderes Jubiläum konnte Gerlind Waltenberger feiern, die während der letzten 50 Jahre im Heimatdienst-Ausschuß aktiv mitgewirkt hat. Der erste Vorsitzende Stefan Kracker dankte allen Jubilaren für Ihr aktives oder förderndes Engagement im Heimatdienst Sonthofen.

Als weiterer Punkt stand ein Vortrag über das „Selbst- und Fremdbild der Allgäuer“ auf dem Programm, wie der etwas sperrige Titel des Vortrags von Herrn Gerhard Klein aus Immenstadt lautete. Herr Klein brachte jedoch die Zuhörer zum Schmunzeln, als er Zitate von Allgäuern und Nicht-Allgäuern aus diversen Jahrhunderten zum Besten gab, die den Allgäuer, und auch die Allgäuerinnen, charakterisieren sollten. So wurden in einer Arbeit (Dr. Geiger, 1814) zum Beispiel die Unterschiede der Fischinger (träge in seinen Verrichtungen, aber kraftvoller Mensch, auffallende Offenheit) von den Gunzesriedern (Körpergewandtheit und Stärke, aber Hang zu Raufereien) und den Immenstädtern (verweichlichter Schwächling, Hang zum Theatralischen) herausgearbeitet. Etwas ernster wurde es, als auch die NS Rassenbiologie der Vollständigkeit halber mit einfloß. Gleich wurde es wieder unterhaltsam, als auf die verschiedenen Trachtenrichtungen (Berglertracht mit Edelweißträgern, historische Tracht und die erneuerte traditionelle Tracht) eingegangen wurde und der Mitte des letzten Jahrhunderts tobende Trachtenkrieg thematisiert wurde. Auch wurden die diversen Ausprägungen von Heimatabenden geschildert.

Huigarte-2012 Herr Klein bei seinem Vortrag

Seinen gelungenen Vortrag beendete Herr Klein mit einem Ausblick auf die Internationalität des Allgäuers, wo zum Beispiel „crossmedial geallgäuert“ würde. Was das genau sein soll, wüssten auch die Schöpfer dieser Wortkreation nicht.

So beschlossen die Mitglieder des Heimatdienstes Sonthofen einen unterhaltsamen und kurzweiligen Huigarte-Nachmittag.

Jubilare-2012

Die anwesenden Jubilare des Heimatdienstes Sonthofen 2012, v.l.: Uwe Brendler (2. Vorstand), Elisabeth Peter, Walter und Agnes Daumüller, Hedi Fischer, Gustav Lautner, Gerlind Waltenberger, Wolfgang Niedel, Waltraud Artmann, Franz-Josef Wiesenhöfer, Stefan Kracker (1. Vorstand).

Der Vorstand bedankt sich besonders bei den Helfern, die diesen gelungenen Nachmittag ermöglichten: Hans und Christa Fischer, Karin, Helmut und Monika Schwank, Gisa Köhne, Helga Bodlin, Christa Vogel, Margot Kracker und bei Karin, der freundlichen Hausmeisterin des Pfarrheims St. Michael. Und natürlich bei Pfarrer Müller für die günstige Überlassung des Pfarrheims.