Heimatdienst-Informiert

 

Trotz Bauarbeiten wieder ein Fund im Sonnentauweg!

An der zweiten Fundstelle an der westlichsten Baugrube am Sonnentauweg in Sonthofen wurden ebenfalls -wie in der östlichsten Baugrube- bearbeitete Baumstämme von Durchmesser 15 - 35 cm gefunden. Diese Funde wurden leider wieder nicht den zuständigen Behörden gemeldet, obwohl dies in der Baugenehmigung festgeschrieben ist. Die Stämme waren teilweise mit senkrechten durchgehenden Zapfenlöchern 20 /12 cm versehen. Die Stämme wurden an der Baustelle so gelagert, daß sie von der Zufahrtstraße nicht gesehen werden konnten. Bei einer Besichtigung der Baugrube nach Aushub war lediglich ein altes Baumstammteil im Arbeitsraum feststellbar. Es war aber noch ersichtlich, daß im Laufe der Jahrhunderte zwei gewaltige Hochwasser bis jeweils 70 cm Kies auf das Holzbauwerk bei jedem dieser Ereignisse abgelagert wurden.

Bergungs-Team Zwei Heimatdienstler bei der Bergung

Drei Helfer des Heimatdienstes Sonthofen haben nach Rücksprache mit der Denkmalbehörde einige Baumstücke und Baumscheiben bei winterlichen Wetterbedingungen sichergestellt. Die Baumscheiben werden jetzt noch dendrochronologisch (Altersbestimmung) untersucht. Ein besonderes Teil wird am Heimathaus Sonthofen im Frühjahr aufgestellt. Außerdem ist jetzt schon ungefähr ersichtlich, daß es sich bei der 500 Jahre alten Flußverbauung um ein großes Bauwerk von mindestens 40 m Länge gehandelt hat. Der Heimatdienst bittet nochmals, bei archäologischen Funden vor Entfernen der Funde die zuständigen Behörden zu verständigen. Das steht so in der Baugenehmigung und ist verpflichtend! Arbeitsverzögerungen entstehen kaum, weil die Funde sehr schnell erfaßt werden. Erst danach darf weitergearbeitet werden! Solche Funde dienen der wissenschaftlichen Erforschung unserer Vergangenheit. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Nichtmeldung sehr große Unannehmlichkeiten entstehen können.

Holzbalken  Balken mit Zapfenlöchern

 

 Fotos und Text: U. Brendler, Heimatdienst Sonthofen