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Sonthofen ist die südlichste Stadt Deutschlands und hat etwas mehr als 20.000 Einwohner. Zu Sonthofen gehören die Ortschaften Altstädten, Beilenberg, Berghofen, Binswangen, Breiten, Hinang, Hochweiler, Hofen, Imberg, Margarethen, Staig, Tiefenbach Unterried, Unterthalhofen und Winkel.

Geschichte

 

In der Gegend von Sonthofen lebten schon vor ca. 9000 Jahren Wanderjäger, wie Funde von Speerspitzen aus Horn beweisen. Die ersten Siedlungen gehen auf ungefähr 1200 v. Chr. zurück. Etwas später kamen die Kelten (ca. 400 vor Christus) und hinterließen einen Schlüssel mit Stierkopf ("Sonthofer Schlüssel"). Das Original hat sich gleich das Landesmuseum gegriffen, aber ein Replikat und ein funktionsfähiges Modell kann man im Heimathaus Sonthofen besichtigen, bzw. ausprobieren. Kaum ist es 700 n.Chr. , sind auch schon die Alamannen da und besiedeln unser Stadtgebiet. Funde etwas westlich vom Heimathaus und bei Altstädten zeugen davon. Sie ahnen es schon: auch diese kann man im Heimathaus besichtigen. 839 wird "Nordhovun im Albegauge" das erste mal urkundlich erwähnt. Nordhovun liegt ungefähr dort, wo heute das BHS Werk steht und geht im etwas grösseren Sunthovun (="Südhofen", ungefähr die Gegend vom Heimathaus) später auf. Ab da heißt der Ort zuerst Sunthoven und wird dann zu Sonthofen. 1335 wird die Pfarrei St. Michael das erste mal erwähnt, jedoch gehen die Wurzeln schon bis ins 9. Jhd zurück. 1361 wird das Schloss Fluhenstein erbaut. Kaiser Sigismund verleiht 1429 Sonthofen das Marktrecht und auch die Gerichtsbarkeit. Ab diesem Jahr gibt es in Sonthofen das Gericht, das früher auch schon mal Stockschläge oder den Galgen anordnete. Ungefähr um die gleiche Zeit beginnt in Sonthofen und Umgebung der Eisenerzabbau und die Verhüttung (wahrscheinlich bei Blaichach und Sigishofen). Letztere ist auch ein Grund dafür, warum es im oberen Illertal recht wenige Wälder gibt. 1525 treffen sich ungefähr 5000 Bauern aus dem ganzen Allgäu in Sonthofen ("Sonthofer Haufen") und starten damit den Bauernkrieg, der ihnen den Wegfall der Leibeigenschaft und ein menschenwürdiges Leben bringen sollte. Wurde leider nichts daraus. 1540 brennt halb Sonthofen durch Brandstiftung ab, nachdem sich einer der Heimenhofen ("Jörg der Schnaiter") mit dem Bischof von Augsburg angelegt hatte. 1553 wird Sonthofen an die wichtige und geldbringende Salzstrasse von Hall im Tirol nach Lindau und Kempten angeschlossen. Diese Salzstrasse ist 300 Jahre lang in Gebrauch! An 1632 - 34 erinnert man sich in Sonthofen eher ungern: Sowohl die Schweden sind auf ihren Beutezügen ungebetene Gäste, als auch die Pest verlangt ihren Tribut. Harte Zeiten in Sonthofen. Ende des 18. Jhd. schlägt die Globalisierung im Allgäu voll zu: die billige Baumwolle aus Amerika und Ägypten verdrängt den heimischen Flachs, von dem viele Bauern gelebt haben. Es beginnt eine Notzeit, die auch zu vielen Auswanderungen führt. 1803 wird das Eigentum des Hochstifts Augsburg, zu dem auch Sonthofen gehörte, säkularisiert und damit bayrischer Besitz. 1859 führt billigeres eingeführtes Erz zum Ende des Eisenerzabbaus und 1863 zum Erlöschen des letzten Hochofens. Mitte des 19. Jhd. führt Karl Hirnbein die gewerbliche Weichkäserei im Allgäu ein und begründet auch den Fremdenverkehr. Um ungefähr die gleiche Zeit bringt Johann Althaus die Emmentalerkäse-Herstellung nach Sonthofen und ermöglicht damit wie Karl Hirnbein den Bauern wieder eine Einnahmequelle. Zu dieser Zeit sind die Viehmärkte in Sonthofen mit die grössten. Bis zu 6500 Stück Vieh werden gehandelt und zum Teil in wochenlangen Märschen bis nach Italien getrieben. 1873 gibt es die erste Eisenbahn (Immenstadt-Sonthofen), 1905 die zweite Buslinie in Bayern nach Hindelang. 1914 bis 1918 und dann wieder ab 1935 ist Sonthofen Garnisonsstadt. Aufgrund seiner Lage an der Südgrenze Deutschlands sind hier bis zum heutigen Tag Soldaten stationiert. Ab 1935 wird die Ordensburg gebaut, die als Ausbildungszentrum für den NS Nachwuchs konzipiert ist. 1945 kurz vor Kriegsende legen Fliegerangriffe Teile der Altstadt in Schutt und Asche (z.B. die Pfarrkirche St. Michael, das Spital und die Spitalkirche). Im gleichen Jahr wird das Stadtschloss von den Franzosen eher aus Unachtsamkeit in die Luft gesprengt. Den Sackbahnhof (wäre heute beim Landratsamt) verlegt man 1949 an den Stadtrand und wandelt ihn in den heute noch genutzten Durchgangsbahnhof um. 1963 wird Sonthofen zur Stadt ernannt, was richtig groß gefeiert wird. 1972 bekommt das Oberallgäu Sonthofen als Kreisstadt. Das Amtsgericht löst sich 2008 von Kempten und wird selbsständige Justizbehörde.

 

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Wappen-Sonthofen

 

Das Wappen zeigt auf der

linken Seite drei Flachspflanzen wegen des zur Entstehungszeit wichtigen Flachsanbaus mitsamt der sich anschliessenden Verarbeitung

rechten Seite zwei Hämmer von Nagelschmieden, einem sehr wichtigen Wirtschaftszweig in Sonthofen zu dieser Zeit

Das Wappen wurde 1838 von König Ludwig I. an Sonthofen verliehen, jedoch in den Farben silber und blau.

Die Hintergrundfarben rot und gold sind die Farben Sonthofens und seit 1948 im Wappen.

 

Baudenkmale (mehr...)

Derzeit hat Sonthofen mit seinen Ortsteilen 67 Baudenkmale gelistet. Hier finden Sie eine Liste mit fast allen zugehörigen Bildern